Kritik HOTEL LOU MISTRALOU Saint Andiol

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Kritik HOTEL LOU MISTRALOU Saint Andiol

25
Apr,2014

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Plaste statt Elaste. Dieser Satz aus dem letzten Jahrhundert zwingt sich dem reisenden Chronisten angesichts der Beschreibung des Hotels „Fu Man Chu“, entschuldigung, „Lou Mistralou“ auf. Gelegen inmitten eines Industriegebietes scheint es aus übriggebliebenen Grundstoffen der eingestellten Trabi-Produktion zusammengestellt worden zu sein. Ist die Anlage an sich und das neben den Hotelgebäude stehende Restaurant noch durchaus ansprechend, sieht auch das Zimmer auf den ersten Blick reizend aus, kommt einem beim Anblick der Nasszelle (eine Bezeichnung, die hier ihren Namen verdient) ein entsetzendes Erkennen hoch. Man befindet sich in einem der berüchtigten frz. Fertigteilhotels. Wenn es denn kein durchgehender Plastikcontainer ist sind die Wände so dünn, dass man bei genügend Anlauf keine Tür braucht da man an jeder x-beliebigen Stelle durch die Wand brechen kann. Das „Bad“ besteht hier immer aus einem einzigen Formgussteil in Grösse einer Telefonzelle (Gott habe sie selig). Müssig zu erwähnen dass es drinnen keine elektrischen Anschlüsse oder Geräte gibt (womit sich gestriges Problem hier nicht wiederholen kann). Das Zimmer sah, wie gesagt, recht ansprechend aus. Ein Doppelbett und auch wieder (ein in der Region wohl obligates) Etagenbett. Ein Fenster schien auch da gewesen zu sein, jedenfalls kam etwas Tageslicht hinein (das kann natürlich auch lediglich eine Fertigungstoleranz gewesen sein). Die Concierge war etwas mürrisch, beschränkte sich aufs Wesentliche und wollte eigentlich kein Englisch sprechen. Daß sie es doch tat (Worte, keine Sätze) war nur dem Umstand geschuldet, dass das Französisch der Reisegruppe als Totalausfall zu bezeichnen war. Allerdings hat sie den Zimmerpreis netterweise den geänderten Bedingungen angepasst. Das Frühstück war im Preis inbegriffen und durchaus ausreichend, wenn man auch jeden Zehnten an die hauseigene Katze abdrücken musste.
Was noch aufgefallen ist: ein frz. Hotelzahnputzbecher eignet sich keinesfalls für die Befüllung mit heißem Kaffee. Der Chronist ist beim Feldversuch kläglich gescheitert und musste den sich in rasanter Auflösung befindlichen Becher schnell durch die Fertigungstoleranz, äh Fenster, entsorgen.

Über den Autor

Heiko
Das Hirn

Ein Kommentar bisher:

  1. ik sagt:

    Alles schön und gut aber wo bleiben die Fotos. Fotos fotos. Mehr fotos.
    Ich wünsche mir mehr Fotos!

    🙂

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