How i met my mother

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How i met my mother

30
Mrz,2019

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… oder besser, how we miet our roller, oder um ehrlich zu sein; the way we miet our roller is like have a how (deutsch: Hau).

Um es kurz vorweg zu nehmen. Auch auf Bali ist der Ostasien-VW (Motorroller) das individuelle Transportmittel Nr. 1. Bestens geeignet, schnell, zuverlässig (d.h. siehe unten) und am allgegenwärtigen Traffic-jam vorbei zu seinem Ziel zu kommen. Somit auch bei Touristen sehr beliebt und mit ca. 4 Euro Miete pro Tag entsprechend günstig auszuleihen. Dazu gibt es den Sprit häufig in Form von Literflaschen in den Strassengeschäften zu kaufen. Nachteile sind hingegen der Linksverkehr in Verbindung mit der hiesigen Interpretation der (vorhandenen?) Strassenverkehrsordnung.

So hat sich denn auch die Ostertripp-Truppe (blödes Wort, aber die „Ostertripper“ hört sich noch etwas despektierlicher an) entschlossen, nicht einen, nein, direkt zwei Roller zu mieten. Eine nur beiläufig und ohne konkrete Absicht gegenüber dem Hotel-staff erwähnte Möglichkeit hatte bereits zur Folge, dass binnen 15-Minutenfrist zwei Roller vor der Tür standen, fertig zum Gebrauch (Veteranen der allösterlichen Reisen werden sich sicherlich noch an eine ähnliche Begebenheit in Puerto Galera erinnern). Nun, um es kurz zu machen, diesmal griffen wir zu. Der Chronist hat sich unmittelbar vor der Reise noch einen gut- und ernstgemeinten Ratgeber zur Rollermiete auf Bali aus dem Netz gezogen. Der sah genau so aus:

Nun, wie sah unsere Rollermiete aus?

1. Helme: Pro Roller 2 Helme. Einer passte mir leidlich, Sir R. kam nur durch ein kombiniertes Helm-auf-Kopf-in-Wand-Ramm-Manöver in selbigen hinein. Grosszügige Kratzer und Dellen ignoriert. CHECK!

2. Bremsen: Den Punkt haben wir irgendwie vergessen. Zum Glück haben uns die Anhalthilfen nie im Stich gelassen. CHECK!

3. Reifen: Waren vorhanden. Das sollte auch reichen … CHECK!

4. Licht: Bis wir die entsprechenden Schalter gefunden hatten war der Dealer schon verschwunden. Danach auf einen Test verzichtet. CHECK!

5. Probefahrt: Ich hatte aus Gründen der Contenance (zuleben noch auf keinem Rolker gesessen) kleinlaut darauf verzichtet, Sir R. muss der Gedanken daran kurzzeitig entglitten sein, also keine Probefahrt. CHECK!

6. Kontaktdaten: Nie bekommen, eine kaum zu entziffernde Plakette auf dem Lenker war alles. CHECK!

7. Kratzer: Ebenso wie Beulen reichlich vorhanden. Eine Fotodokumentation hätte die Speicherkarten in unangemessener Weise belastet. Daher nach einem Dutzend Fotos abgebrochen. CHECK!

8. Zulassungspapiere: Eine entsprechende Frage an den Mittelsmann wurde von diesem mit einem verständnislosen Blick und einer nicht zu verstehenden Antwort gekontert. Auf weitere Interventionen zu diesem Punkt verzichtet. CHECK!

9. Versicherung: Gleiche Reaktion, garniert mit einem Hauch Belustigung über eine solche Frage. Ergebnis? Genau … CHECK!

Als unmittelbare Sofortmassnahme auf obige, grandios gescheiterte Mietübernahme, in Verbindung mit dem bedauernswerten Zustand meines „Rollers“ und dem Umstand, einen solchen Benzinesel noch nie steuern zu dürfen, habe ich auf einen Gebrauch desselben fortan grosszügig verzichtet. Man sagt mir ja gerne eine gewisse Nähe zu allerlei Destruktivem nach, aber ich hatte nur den begrenzten Wunsch, mitsamt meinem Roller in der Schaufenster-Auslage eines Ayurveda-Yoga-Studios zu landen. So haben wir uns mit dem zwoten Roller auf den Weg gemacht, Sir R. als (un)erschrockener Wagenlenker und ich als Navigator, dem durch die Gnade seines Gefechtes mit der Navi-App die Erkenntnis der grundlegenden Sicherheitsmängel unseres Gefährts weitgehend erspart blieb. Wobei wir wieder bei Punkt 5, der (nicht angetretenen) Probefahrt angekommen wären.

Zur Erinnerung: Absolviere eine kurze Probefahrt. Liegt der Roller gerade auf der Strasse, funktionieren alle Anzeigeelemente und gibt es komische Geräusche beim Fahren?

Nun, hmm, tja, also … Der Roller lag gerade auf der Strasse, sobald er sich dazu entschlossen hatte. Lenkeinschläge wurden für ihn erst jenseits der 30° Marke interessant, davor hatte er stoisch seinen eigenen Weg (welcher in einer gedachten Verlängerung der Achse höchst zweifellos ins Verderben geführt hätte). So war es für Sir R. elementar wichtig, Hindernisse schon weit vorauszusehen um geschwind noch einen Ausweichkurs einleiten zu können. Als Anzeige- bzw. Funktionselement ist es ihm bei ca. Kilometer 25 gelungen, die Hupe in Betrieb zu setzen. Diese erforderte jedoch viel Pflege so das grosszügig auf weitere Spielereien verzichtet wurde. Die komischen Geräusche … oh ja! Ganz großes Kino. Diese begleiteten uns unsere ganze Fahrt und verbreiteten erst im Verlauf der Reise ihre ganze Symphonie. Neben einer Grundmelodie ächzendenden Quitschens kam kurze Zeit später ein trockenes tiefführendes Knacken mit einem unheilvollen Jaulen in den in immer kürzeren Intervallen auftretenden Spitzen. Wir wähnten uns mehrfach am Ende unserer Reise angekommen. Letzlich ging alles gut, ich fürchte es war das Glück der D….. . Die abendliche Frage unseres Hotelangestellten nach einer weiteren Rollerfahrt wurde von ihm jedoch nach der zweifellos richtigen Interpretation unserer Blicke schnell wieder zurückgezogen.

Über den Autor

Heiko
Das Hirn

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