HORST13: Les toros

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HORST13: Les toros

26
Apr,2014

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Viele Gedanken beginnen ja mit dem schönen Konjunktiv „wäre“. Z.B. „was wäre es doch so schön gewesen“ … ! Ja, was wäre es doch so schön gewesen, heute die Mauern von Aigues-Mortes zu erklimmen. Nicht das wir nicht eigentlich genügend Zeit gehabt hätten, oder sogar schon auf dem Weg gewesen wären. Nein, daran lag es nicht. Leider kamen wir auf dem Weg dorthin einer Herde Kampfstiere so nahe, das wir den Heinz Sielmann in uns ausgruben, das Auto verließen und zu ihrer Weide gingen, worauf hin der Leitbulle sichtlich Interesse an uns zeigte. Nun standen also 3 Wohlstands-Mitteleuropäer ca. 600 kg gut durchblutetem und vor allem recht vitalen Rindfleisch mit Hörnern gegenüber. Ein leichter Zaun mit ein paar dünnen Holzpfählen und drei Reihen dünngespannten Stacheldraht, alles in allem wohl keine 20 Kilo Sicherheit zwischen den Protagonisten und dem Stier sorgte für allerlei Testosteron-Schüben auf beiden Seiten. Nach Wutschnauben hier und Stöckewerfen dort wurden scharrende Vorderhufe einschl. beträchtlichem Erdaufwurf umgehend mit mutigen Aufforderungen, doch über den Zaun zu kommen, beantwortet. Es war dem chef du toro anzusehen, daß er der Einladung liebend gerne nachgekommen wäre. Im Nachhinein überkommt den Chronisten eine düstere Ahnung, daß der Boden auf dem wir standen wohl mit dem Blut derer getränkt war, die einen ebensolchen Nachholbedarf im Reifeprozess hatten wie wir. Nachdem nach ca. einer Viertelstunde die Gemüter etwas abgekühlt waren (zumindest bei uns, der Stier war mittlerweile kräftig am sabbern) fuhren wir weiter zu unserem Ziel. In Aigues-Mortes angenommen durften wir feststellen daß der Zugang zu den Mauern seit 8 Minuten verschlossen war! Ach, wäre doch
… ach wären wir doch … ja!

Über den Autor

Heiko
Das Hirn

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