HORST107: Zombieworld meets Planet der Affen

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HORST107: Zombieworld meets Planet der Affen

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Apr,2015

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Als wir am zweiten Tag aus dem Tiefschlaf erweckt wurden, war unser Aggregatzustand als vielerlei zu umschreiben, sicherlich jedoch gehörte Ausgeschlafen nicht zur engeren Auswahl. Trotz rotgeränderten Augen ging es tapfer Richtung Ronda. Mit dieser Zielstrebigkeit war es allerdings beim erstbesten Strassencafé am Wegesrand schnell vorbei. Das kollektive Abfüllen mit dem Betriebsstoff Kaffee geschah dann mehr oder weniger automatisch. Frisch gestärkt fuhr Rigo „fastforward“ uns dann zu der durch eine beeindruckende Schlucht zweigeteilten, durch eine ebensolche Brücke verbundene, Bergstadt. Da die Schutzmauer gute Fotos verhinderte standen erst einer, schnell dann alle 3 Reisenden auf ihr und somit am Rande des Abgrunds. Was bei einem vorbeigehenden Japaner einen Anflug von Mordlust auslöste, jedenfalls bewegte er sich mit verzerrtem Gesicht und seltsam zischenden Mundlauten immer wieder auf uns zu und machte Gesten uns in den Orkus zu befördern. Was wir, im Nachhinein betrachtet, mit einer seltsamen Mischung aus Gleichmut, Verwunderung und Todesverachtung zur Kenntnis nahmen und weitermachten. Danach wurde ein Sehnsuchtswunsch des Chronisten erfüllt, wir fuhren zu den Inselaffen, Inselhalbaffen, nein zu den Halbinselaffen nach Gibraltar, zur Kronkolonie ihrer britischen Majestät am südlichen Zipfel Spaniens. Diese gehören durchaus zu den dreisteren Vertretern ihrer Gattung. So existiert auf meinem Smartphone ein Foto, wo statt eines posierlichen Affenkopfes sich dessen ausgefahrene Hand in unmittelbarer Nähe der Linse befindet, um nach getätigtem Foto augenblicklich nach dem Apparat zu greifen. Dem verwirrten Chronisten gelang es gerade noch rechtzeitig, den Macaca sylvanus abzuwehren, alles in Sicherheit zu bringen und dem verhinderten Dieb ordentlich die Meinung zu geigen, was diesen jedoch zumindest äußerlich wenig zu beeindrucken schien. Ein späteres Friedensangebot meinerseits wurde brüsk (Zurschaustellung zweier imposanter Zahnreihen inkl. ähnlicher Zischlaute wie der des Japaners) zurückgewiesen. So war ich abends doch wieder zufrieden, die Gastfreundschaft der Queen nicht länger in Anspruch nehmen zu müssen.

Über den Autor

Heiko
Das Hirn

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