HORST106: Übermut kommt vor dem Fall

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HORST106: Übermut kommt vor dem Fall

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Apr,2015

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Eigentlich ist der schreibende Chronist immer in einer sehr komfortablen Lage, kann er doch stets eigene Malessen und Unzulänglichkeiten gewinnbringend verstecken und andererseits sein Umfeld in Grund und Boden schreiben. So immer wieder in der Geschichte nachzulesen, als Cato, Seneca und Konsorten für die Nachwelt aus ihren jeweiligen Cäsaren bluttriefende und dekadente Monster machten (gut, bei einigen war nicht mehr viel kreative Nacharbeit erforderlich) und sie selbst im Gegenzug im Lauf der Jahrunderte zu Grossmeistern der Philosophie metamorphierten. Ich fühlte mich natürlich diesen Meistern verpflichtet und versuchte ihrer Handschrift zu folgen und mein Dasein fortan als einen von den Massen geliebten und verehrten, fehlerlosen und faktisch aseptischen Literat zu bestreiten. Wenn da nicht ein klitzekleines, ureigenes und beim besten Willen nicht von mir zu weisendes Malheur eben dieser Karriere einen sprichwörtlichen Riss verpasst hätte. So versuchte der Chronist (also ich) kompetenzfremd eine technische Hilfestellung zu leisten, musste hierzu meinen Astralkörper in die Hocke begeben und dabei geschah es. Mitten in der leicht federnden  Abschlußbewegung hörte ich ein mir in seiner Bedeutung vertrautes Geräusch, welches mich augenblicklich erstarren ließ. Letzte Hoffnungen auf einen Irrtum versandeten, als sich die sommerliche südandalusische Luft ihren Weg durch meine Beinkleider bahnte. Ganz ordinär: Meine schönen neuen Shorts sind auf einer Länge von imposanten 25 cm gerissen. Ratsch. Der Poppes lag im Freien und meine Reputation am Boden! KIK sei Dank, selbst schuld.

Über den Autor

Heiko
Das Hirn

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