HORST105: Málaga = Rein- und Rausfälle

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HORST105: Málaga = Rein- und Rausfälle

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Apr,2015

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Ich muss gestehen, der kulturelle Schock ist noch nicht ganz überwunden. Allerdings um mir den Aufenthalt etwas zu erleichtern hat sich die Reiseleitung ein paar nette Einlagen einfallen lassen. So hat man mich in den Fond unseres Nissan Pulsar gesteckt, der mit einer Permanent-Kindersicherung versehen schien. Jedenfalls beteuerten meine Mitreisenden, daß sie nun wirklich nicht wüssten wie diese auszuschalten sei! So musste ich jedes Mal um Aufmerksamkeit barmen damit man mir die Tür öffnet. Netter Versuch. Allerdings sorgte dieser Umstand denn auch zum Ralffall  Rausfall des Tages. Beim Versuch, mir die Fond Tür aussen vom Beifahrersitz aus zu öffnen, hat letztlich doch die Schwerkraft, in enger Abstimmung mit der Zugkraft, die Oberhand über die menschliche Willenskraft (man könnte es auch als Sturheit bezeichnen) behalten. Die Gleitkurve des verehrten Mitreisenden aus dem Wagen auf den Asphalt war nicht unbedingt schön anzusehen, jedoch in ihrer langsam gravitätischen Ausführung und dem Ergebnis dennoch beeindruckend. Als ich dann irgendwann aus dem Auto befreit war gings im schwarzen Herbstdress bei 33 Grad den Berg- und Burgrücken Málagas hoch und wieder runter. Danach musste das nunmehr schwarz rote Erscheinungsbild dringend abgekühlt werden. Neugeboren gabs nur ein Ziel; eine der berühmtesten Prozessionen der Semana Santa zu sehen. Wir strebten zielsicher auf einen der Hauptschauplätze zu. Bunte Tribünen, ein Kamerapodest, freie Stuhlplätze in der ersten Reihe, hier waren wir richtig, hier konnten wir in aller Seelenruhe auf den baldigen Beginn warten, und das taten wir auch … wir warteten und warteten … 18.15 Uhr … und warteten …. Sie wissen es …  19.30 Uhr … ja und dann bahnten sich zeitgleich zwei Ereignisse an. Zum einen kam der Prozessionsbeginn um die Ecke gebogen, wobei dann unserer neu erwachenden Aufmerksamkeit zunächst eine weitere Prozession in unserem Rücken in Gestalt einer spanischen Familie entging, die eigenartig resolut in Richtung unserer Stühle vorging. Den begierigen Blicken der Spanier entgegnete ich durchaus höflich und etwas mitleidend, daß diese schon besetzt seien. Worauf der Familienvater, sichtbar unterstützt durch die Ehegattin, die ununterbrochen auf ihn und auf mich einredete, ebenso höflich und mitleidend 3 Karten zeigte, die eben diese unsere Stühle als durch ihn reserviert kennzeichneten. Der Wortwechsel entging dann auch nicht dem unweit daneben stehenden Securitymitarbeiter „Hasenzähnchen“, der nun wiederum, etwas robuster allerdings, der Reisegrupe nahe brachte, daß er auch das Neben und Zwischen-den-Stühlen-Stehen nur ungern unterstützen würde. Wir wurden anschließend durch die wartende Menge nach hinten durchgereicht. Das war dann der Reinfall. Wir fanden im weiteren Verlauf noch eine andere Stelle, ohne Stühle aber mit Aussicht, von der aus wir einen Teil der Prozession anguckten. Die Mattigkeit und der Hunger übernahmen hernach die Regie und so nahmen wir dankbar ein Essensangebot an, wenn auch wieder beim Klassenfeind (McDo).

Über den Autor

Heiko
Das Hirn

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