Die Quadratur des Kreises oder Als Fußgänger in Saigon

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Die Quadratur des Kreises oder Als Fußgänger in Saigon

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Mrz,2018

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Achtung. Die Rohfassung dieses Beitrags wurde vor dem diesjährigen Erscheinen des großen Lethargo erstellt. Deshalb beziehen sich die ersten Worte auf den Beitrag „Apokalypse now“.

Wo und wie soll ich beginnen? Am besten mit dem Ende des vorherigen Beitrages, um etwas die Stimmungslage als Fußgänger in Saigon wieder zu geben.

Während der erste Teil sehr gut das wachsende Entsetzen beschreibt, welches einem bei der Überquerung einer x-beliebigen Strasse angesichts einer in Vierer- bis Zehnerreihe nebeneinander anrollenden Lawine an Motorrollern, PKWs, LKWs und Bussen erfasst, die in Haltung und Geschwindigkeit noch deutlich zu erkennen geben daß im Traum nicht daran gedacht wird zu bremsen, gibt das letzte Wort wiederum die an eine Sicherheit grenzende Befürchtung wieder, mit einem satten Schnapp!, ersatzweise Klatsch!, Peng! oder auch Rumms! (nein, kein Boom [boom]) vom motorisierten Verkehr schlußendlich in den Asphalt eingearbeitet zu werden.

Kurz. So einen Verkehr habe ich noch nicht gesehen, nirgendwo. Erforderte schon das Heranarbeiten an eine südeuropäische Verkehrsführung und -moral einiges an Anpassungs- und Gewöhnungsarbeit (und zwar auf- bzw. absteigend von Mailand über Rom, Neapel bis hin zu Palermo), so toppt Saigon selbst noch die asiatischen Verkehrs-Hotspots Manila und Bangkok. Man stelle sich vor, riesige Kreuzungen bzw. Kreisel, von allen erdenklichen Richtungen fließt ein nicht enden wollender Verkehr hinein um sich wieder in alle Himmelsrichtungen zu verteilen. Und kaum einer hält an, jeder versucht unter großzügiger Anwendung der Hupe seinen Weg (und seine Geschwindigkeit) beizubehalten. Und nun stelle man sich dazwischen noch Fußgänger vor, die irgendwie auf die andere Seite zu kommen versuchen.

Um nicht in Rekordzeit auf einem vietnamesischen OP-Tisch zu landen gilt es gerade für den Anfänger, drei Regeln (im ansonsten weitgehend unregulierten Verkehr) zu beachten.

1. In einer gleichbleibenden Geschwindigkeit die Straße überqueren, nicht aus Furcht zögern, stehen bleiben oder gar anfangen zu laufen.

2. Blickkontakt mit den nächsten Motorrollerfahrern etc. aufnehmen und deren entschlossenen Blicke mind. ebenso entschlossen erwidern. Das schafft Aufmerksamkeit und Respekt.

3. Verbündete suchen, die mit einem die Straße überqueren.

Alle Regeln außer Kraft setzen wenn sich ein LKW oder Bus nähert, dann heißt es Gas geben. 🏃

Die Regeln sollten reichen um auch in Saigon einigermaßen unbeschadet das Rentenalter zu erreichen.

Über den Autor

Heiko
Das Hirn

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